Katholisches
Landvolk Dachau
Adventliche
Stunde 2004
am 8.12.2004
im Pfarrheim Vierkirchen
Musikalische Begleitung: Liedermacher Ernst Deger
Thema:
Die Zukunft im Bauch
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Begrüßung: Die Zukunft im Bauch, das ist
unser Thema heute. Jeder hat es erlebt, bewusst oder unbewusst, dass Leben
im Bauch heranwächst, und dann in die Welt kommt. Leben ist Zukunft. |
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Kyrie: GL 495/2
Lesung: Epheserbrief 1,3-7
Paulus, Apostel Jesu Christi durch den Willen Gottes, an die Heiligen, die in
Ephesus sind, und Gläubigen in Christus Jesus. 2 Gnade sei mit euch und Friede
von Gott, unsrem Vater und dem Herrn Jesus Christus! 3 Gepriesen sei der Gott
und Vater unsres Herrn Jesus Christus, der uns mit jedem geistlichen Segen gesegnet
hat in den himmlischen Regionen durch Christus; 4 wie er uns in ihm auserwählt
hat vor Grundlegung der Welt, damit wir heilig und tadellos wären vor ihm; 5
und aus Liebe hat er uns vorherbestimmt zur Kindschaft gegen ihn selbst, durch
Jesus Christus, nach dem Wohlgefallen seines Willens, 6 zum Preise der Herrlichkeit
seiner Gnade, mit welcher er uns begnadigt hat in dem Geliebten; 7 in ihm haben
wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum
seiner Gnade,
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Ruf vor dem Evangelium: Halleluja Taizé Evangelium: Lk 1, 26-38 Predigt: Josef Mayer ... zum Text der Predigt.... Fürbitten: Gabenbereitung |
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Sanktus: Heilig, heilig ist der Herr
Vater unser: Treppenbuch 77
Friedensgruß: Jeder macht seinem Nachbar eine Zusage
![]() musikalisch begleitete uns der Liedermacher Ernst Deger aus Vierkichen |
Kommunionausteilung: in beiderlei
Gestalt Schlussbesinnung: |
Segensbitte:
Guter Gott, die Ankunft des Erlösers sei uns Unterpfand der ewigen Herrlichkeit,
die uns verheißen ist, wenn er wiederkommt. Das gewähre euch der dreieinige
Gott, der Vater, der Sohn und der Hl. Geist. - Amen.
Schlusslied: Diesen Tag Herr.....Treppenbuch 245
Vorbereitet von Hildegard Mayerhofer, Werner Götz und Pfarrer Mayer
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Danach setzten sich die Teilnehmer zu einem kleinen Ratsch zusammen. Es gab bei -wie immer bei den Adventsfeiern- verschiedene Sorten selbstgebackenen Brots und Getränke. Besonders schmackhaft war das Apfelbrot von Irmgard Wachter. Das Rezept verrate ich Ihnen an dieser Stelle in ein paar Tagen. |
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Das Fest der Unbefleckten Empfängnis Mariens,
das per dogmatischem Erlass von Papst Pius IX. im Jahr 1854 eingeführt wurde,
führt auf die Herkunft Mariens zurück. Es möchte nichts anderes aussagen, als
dass Gott an ihr von Anfang an wohlwollend gehandelt hat. Um Jesus willen ist
sie herausgenommen aus dem Urzusammenhang von Schuld und Sünde, der die reale
Lebenswelt von uns Menschen ausmacht.
Im Laufe ihres Lebens hat Maria gelernt, zu Gottes Plan mit ihr Ja zu sagen,
wie es Karl Rahner zurecht formuliert hat. Wenn wir dieses Fest feiern, sind
auch wir aufgefordert, immer tiefer in dieses Ja zu Gottes Plänen mit uns hinein
zu wachsen:
Liebe KLBlerInnen aus dem Landkreis Dachau, Mitchristinnen
und Mitchristen, das heutige Fest ist mit vielen Verständnisschwierigkeiten
behaftet. Die vor allem durch den Heiligen Augustinus geprägte Lehre von der
Erbsünde, die durch Zeugung und Empfängnis weitergegeben werde, ist sehr zeitgebunden
und heute kaum mehr nachvollziehbar. Theologisch entscheidend ist die Aussage,
dass es eine als Schuld erfahrene Unheilssituation der gesamten Menschheit vor
Gott gibt. In diese unheile Lage wird jeder Mensch hineingeboren. Davon ist
jede und jeder betroffen, ehe sie oder er überhaupt eine Entscheidung trifft
oder gar etwas tut.
Der niederländische Theologe Piet Schoonenberg hat vorgeschlagen, diese Unheilssituation
mit dem Johannesevangelisten "Sünde der Welt" zu nennen. Diese "Sünde der Welt"
gehört zur "Umwelt" einer Person. Ja, sie prägt den einzelnen Menschen zutiefst.
Ist ein Mensch bestimmt durch Sünde und Schuld - samt deren Folgen, so ist diese
Schulderfahrung jeglicher freien Entscheidung als negative Voraussetzung vorgegeben
und schränkt somit die eigene Freiheit ein. Diese - wie mein Dogmatikerlehrer
Professor Josef Finkenzeller immer gesagt hat - "ererbte Schuld" lässt sich
als ein derartiges Bestimmtsein durch die "Umwelt" erklären, so dass der eigene
Freiraum kaum mehr erkennbar ist.
Sie alle kennen diese, wenn sie nur auf die Rahmenbedingung schauen, in denen
sich ihr Tun vollzieht. Besonders deutlich wird es im ländlichen Bereich beim
Blick auf die Rahmendaten, die von der EU her kommen, und die somit die Möglichkeiten
der Landwirte in den verschiedenen Ländern beträchtlich einschränken. Es ist
gibt aber auch das Diktat des Marktes, das allzu leicht zu einer Diktatur werden
kann. Wenn wir unseren Blick auf das heutige Fest zurückwenden, bedeutet es:
Maria ist allein durch die Gnade Gottes - und ohne irgendein Dazutun - vor den
verderblichen Einflüssen der so bezeichneten "Sünde der Welt" bewahrt worden.
Das heißt allerdings nicht, dass sie nicht - wie die anderen Menschen auch,
den eigenen Lebensweg erst erarbeiten und sodann durchleben musste.
Am vergangenen Wochenende habe ich mit Jungen Erwachsenen aus der KLB Dachau das Evangelium des heutigen Festtages näher hin in Augenschein genommen. Dabei wurde deutlich, wie sehr die theologische Botschaft die biographischen Erfahrungen zu überspielen im Stande ist. In bibliodramatischen Anspielszenen wurde dies verdeutlicht.
Wie gewichtig und schwierig die Botschaft ist vermittelte uns vor allem die Tatsache, dass erst der dritte Engel in der Lage war, Maria diese sogenannte gute Nachricht zu übermitteln. Die beiden ersten Engel sind angesichts der hier geforderten Anstrengung, die sich darin zeigt, dass ungeheure Angstbarrieren übersprungen werden müssen, einfach ausgestiegen. Ich behaupte, das ist nicht verwunderlich: Denn je tiefer sich der Mensch in solche zwischenmenschlichen Vorgänge hineingibt, umso klarer wird ihm die Prozesshaftigkeit eines solchen Geschehens. Dabei erkennt er von Herzen an, dass hier viel Zeit zum Hineinwachsen nötig ist. Selbst ein Engel Gabriel, was übersetzt nicht anderes heißt als die "GEBORA", die Geburtskraft, muss schon tief im Geheimnis Gottes verwurzelt sein, dass er Maria diese Zumutung "einer angeblich so frohen Botschaft" überhaupt übermitteln kann. Geschweige denn Maria! - wenn wir ihr nunmehr unsere ganze Aufmerksamkeit schenken! Bis zu dem "Siehe, ich bin eine Magd des Herrn", ist in der Tat ein weiter Weg zurück zu legen.
Ich glaube, dass dies der peruanische Künstler gespürt hat, der sich dazu hinreisen ließ, den Gang zur Volkszählung als erste Flucht darzustellen. Als die Schwangerschaft in den Augen der Leute in Nazareth augenscheinlich wurde, kam die Volkszählung. Ich glaube, sie kam für die beiden Maria und Josef wie gerufen. Vielleicht haben sie bei sich gedacht: "Die hat uns ein Engel Gottes geschickt." Da mag der Weg nach Bethlehem noch so anstrengend gewesen sein. Für das "tatsächliche heilige Paar" war die Flucht nach Ägypten bereits ihre zweite Fluchtbewegung. Unser Künstler zeigt Maria und das Jesus-Baby auf einem Esel reitend und Josef nebenher gehend. Es ist eine Last, die der Esel durchaus tragen kann. Besonders interessant ist dann allerdings das dritte Bild: Es zeigt nur mehr Jesus auf dem Esel reitend und Maria und Josef zu Fuß einher gehend auf dem Rückweg von Ägypten. Dieser Jesus - in den vorliegenden Darstellungen - ist mindestens vier Jahre alt. Er allein ist für den Esel schon schwer genug, so dass Maria und Josef auf eigenen Füßen gehen müssen. Womöglich, ja ich bin mir fast sicher, war erst diese Rückkehr aus dem Exil in Ägypten und somit die Heimkehr der Moment, in dem Maria ihr "FIAT", ihr "JA, mir geschehe nach deinem Wort" sprechen konnte.
Dieser Zusammenhang enthebt Maria nicht schon vorschnell unseren Blicken. Er bringt sie vielmehr noch näher an uns und unsere Erfahrungswelten heran. Diese Maria bleibt - und das möchte ich am Festtag ihrer "Unbefleckten Empfängnis" eigens betonen - immer noch eine besondere Frau. Aber ihr JA rückt näher an uns heran und trifft sich mit dem, was unser Leben ausmacht. Ihr JA ist uns Vorbild für unsere vielen kleineren und größeren JA´s, die wir im Laufe unseres Lebens zu den kleineren und größeren Einbrüchen zu sprechen haben. Ihr JA schenkt uns die Gewissheit, dass auch wir vor Gott Zeit haben, um in unsere unterschiedlichen JA´s hineinzuwachsen. Diese geschenkte Zeit ist es, die allein mit einem liebenden Gott in Einklang zu bringen ist.
AMEN.